Jahreslosung 2025: Auslegung & Bild
Prüft alles und behaltet das Gute!
1. Thessalonicher 5,21
Motiv der Agentur des Rauhen Hauses

Gedanken zur Jahreslosung 2025
von Jonas Goebel
Schafft er das? Da springt ein Fisch aus einem Glas mit Wasser – und ist auf dem Weg in ein anderes, größeres Glas mit Wasser. Ein Grund, warum Fische aus „ihrem Wasser“ springen: Der Sauerstoffgehalt ist im Wasser zu niedrig geworden. Also vielleicht geht die Geschichte ungefähr so: Der Fisch prüft sein eigenes Glas und Wasser. Er vergleicht es mit denen links und rechts und stellt fest: Ich könnte auch in einem größeren Glas mit sauerstoffreicherem Wasser mein Leben verbringen.
Ein Sprung aus dem Wasser kostet enorme Anstrengung. Jeder, der schon mal mit einer Räuberleiter unter Wasser versucht hat zu springen, kann es sich vielleicht vorstellen. Ich vermute, es kostet auch eine ganze Menge Mut, denn der Fisch könnte ja in der Luft von einer Katze gefressen werden oder neben das neue Glas springen. Und zuletzt: Ein Fisch springt nicht einfach so. Er muss die Entscheidung aktiv treffen.
„Prüft alles und behaltet das Gute!“ – so lautet die Jahreslosung für 2025. Dieser Satz ist Teil eines Briefes, den der christliche Missionar Paulus, ungefähr im Jahr 50 n. Chr., an eine christliche Gemeinde in Thessalonich geschrieben hat. Paulus wollte die Christ:innen mit seinem Brief vor allem ermutigen. Und vielleicht wollte Paulus auch dazu ermutigen, manchmal wie dieser Fisch zu sein. Nach links und rechts schauen. Möglichkeiten erkennen. Mit etwas Mut eine Entscheidung treffen und die Anstrengung für eine Veränderung nicht scheuen.
„Prüft alles und behaltet das Gute!“ Was ist das Gute für den Fisch? Er springt wieder in ein Glas – aber in ein anderes. Er springt wieder in Wasser, aber (hoffentlich) in Wasser mit ausreichend neuem Sauerstoff. Der Fisch verändert etwas. Veränderung heißt oft: Ich lasse etwas zurück. Und gehe in etwas Ungewisses. Das kann schwerfallen und regelrecht wehtun. Schon das Überprüfen kann schwierig sein. Daraus aber auch Konsequenzen ziehen? „Behaltet das Gute“ heißt auch: „Behaltet das Ungute nicht“.
Mir fällt so etwas schwer. Aber ich erlebe auch immer wieder, dass ich bei Gott Kraft finde, um mit Schwung aus einem alten Glas heraus in ein neues zu springen. Gott nimmt mir die Entscheidung nicht ab, aber er schenkt mir Mut, sie zu treffen. Er hilft mir, über mein Wasserglas hinauszudenken.
Wir können und dürfen mit Gott gemeinsam unser Leben immer wieder „überprüfen“. Nach links und rechts schauen. In welchem Umfeld könnte ich auch leben? Was könnte mein Leben durch eine Veränderung positiv beeinflussen?
Die aus meiner Sicht größte Herausforderung ist in all dem: Was ist „das Gute“, das ich behalten will (und soll)? Um diese Frage zu beantworten, muss ich mein aktuelles Glas und das Wasser, in dem ich schwimme, auf jeden Fall gut kennen. Mir muss bewusst sein, was ich zum Leben wirklich brauche. Ich z. B. würde nicht ohne meine Frau in ein neues Glas springen.
Das heißt also auch: Wer den Sprung ins Neue wagen möchte, der sollte das Alte/Bestehende gut kennen. Vielleicht könnte man das auch „bewusstes Leben“ nennen? Ich bin mir bewusst, was ich zum Leben brauche. Mir ist bewusst, was mir guttut und was mir nicht guttut.
Ich erlebe immer wieder: Wir haben Gott in all dem an unserer Seite. Er ist mit uns im alten Glas, er springt mit uns und wartet auch schon im neuen Glas auf uns. Gott hilft uns, ehrlich zu prüfen. Bewusst zu leben. Entscheidungen zu treffen. Und immer wieder in neues, vor Sauerstoff sprudelndes Wasser hineinzuspringen.
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